= = = = = = noch ganz dicht - ??? = = = = = =
.Hallo die Damen und Herren,
hier geht es um das ORIGINALE Heizungsventil, Bautyp „TR6“ u.v.a. – NICHT um „4-Seasons“ oder andere Alternativlösungen. Wird andernorts diskutiert.
Ebensowenig wird eine Notreparatur beschrieben. Dazu findet ihr im Forum ausreichend Beiträge.
HIER soll richtig REPARIERT werden, NICHT diskutiert.
Also:
Heizungsventil, TR6 u.v.a.
1.1. - Aufbau1.2. - Funktion
1.3. - Schadbilder
2.1. - Wartung
2.2. - Justierung
3.1. - Reparatur mit Original-MEMBRANE
3.2. - Reparatur mit Nachbau-MEMBRANE-Satz, 2-teilig
VORWEG: - für eine REVISION/WARTUNG:
- braucht das Ventil NICHT demontiert zu werden! Solange alle Anschlüsse dicht sind: NICHTS BEWEGEN!
- erweist sich das Lösen der Konterung der Zughülle am "Ausleger" des Ventils -für mehr Beweglichkeit- als hilfreich. Vorher die Zahl der überragenden Hüllenwindungen notieren für gleichen Wiedereinbau.
- muß die Seele des Heizungszug NICHT gelöst und der RegelMECHANISMUS NICHT weiter zerlegt werden.
- Es wird beim Öffnen EIN WENIG Kühlflüssigkeit austreften(höchster Punkt des Kreislaufes). Lappen drumdrapieren, auch falls etwas herrunterfällt (Sprengring/Hülse/Mutter/Schraube). Und die Spähne beim Ausbohren der Niete werden so ebf. "eingesammelt".
1.1. - Aufbau:
- Das Gehäuse (SOCKEL/DECKEL) ist als BajonettVerschluß konzipiert (Laschen/Krallen). Die Sicherung der Einheit erfolgt durch eine Niete am äußeren Rand von GehäuseSOCKEL/-DECKEL.
- Der RegelMECHANISMUS ist durch den außen/oben sichtbaren SPRENGRING mit dem DECKEL verbunden. Er setzt sich v.u.n.o. zusammen aus:
einer SicherungsSPANGE, die KAPPE/FEDER/U-SCHEIBE (letztere dünn, ca.0,3mm) mit leichter Vorspannung gegen den darin befindlichen FührungsSTIFT in der unteren "TASCHE" der MEMBRANE hält.
In der oberen "TASCHE" der MEMBRANE sitzt der STEMPEL mit der ZentrierGLOCKE auf seinem großen Durchmesser. Auf dem dünnen Teil des STEMPELS wird der HEBEL geführt, der durch eine HÜLSE in Position gehalten und abschließend durch den SPRENGRING gesichert wird.
1.2. - Funktion:
- Das Ventil DRÜCKT gegen den statisch-thermischen (PSI-Wert am Kühlerverschluß) und dynamischen/Strömungs-Druck der Wasserpumpe sowie die FEDER der Mechanik die MEMBRANE auf den inneren ZulaufSTUTZEN im SOCKEL und unterbricht so den Wasserfluß zum Wärmetauscher. Durch den Heizungszug gesteuert bestimmt der STEMPEL die ÖffnungsHÖHE der MEMBRANE über dem STUTZEN.
- In GESCHLOSSEN-Stellung ist die MEMBRANE auf den STUTZEN gedrückt/-preßt sowie die KAPPE durch die FEDER fest in deren Sitz im STUTZEN gedrückt und der STIFT durch das Loch in der KAPPE hindurchgeschoben, sodaß sein großer Durchmesser das Loch in der KAPPE maximal ausfüllt (geringes Spiel für Freigänigkeit).
- Wird der Heizungszug gezogen, hebt die MEMBRANE vom STUTZEN ab und der STIFT wird mit ihr aus dem Loch der KAPPE gehoben/gezogen, die durch die FEDER zunächst weiterhin in den Sitz gedrückt wird/bleibt. Der Wasserfluß erfolgt durch das Loch in der KAPPE, dessen freier Querschnitt bei weiterem Ziehen des Zuges durch die Verjüngung des STIFTes zunimmt. In diesem Einstellbereich kann der Wasserfluß (Heizleistung) sehr fein reguliert werden, ca. erstes Drittel des Zugweges am Knopf.
- Bei weiterem Ziehen des Zuges greift die Arretierung STIFT/KAPPE und die KAPPE wird aus ihren Sitz gehoben und gibt zusätzlichen Querschnitt für den Wasserfluß UM DIE KAPPE HERUM frei bis zur/m maximalen Öffnung/Durchfluß.
1.3. - Schadbilder:
- Gehäuse, STUTZEN Zulauf:
- Im Netz habe ich bisher nur 1x einen AUSGEBROCHENEN inneren STUTZEN im SOCKEL gesehen: "finaler" Schaden, weil der Kreislauf nicht mehr geschlossen werden kann; Ersatzteil nötig - trotzdem: weiterlesen!
"Betriebsbedingt" kann ich mir das nicht erklären (keine Riesen(Scher)kräfte). Ich vermute, daß es beim Reinigen passiert sein dürfte; oder doch: SCHERUNGSSCHADEN wegen schlecht/falsch geführter FEDER und zu großer U-SCHEIBE - ? - also -falls nötig- GEWALTFREI arbeiten!
- ALLE SCHÄDEN/RISSE an der MEMBRANE:
(im Netz und Altteilen gefunden) befanden sich auf dem selben Radius, anscheinend DIE "sensible" Stelle der MEMBRANE.
Auch Versprödung/(Fein-)Rißbildung fand ich -in Darstellungen, meinem und anderen Teilen- IMMER NUR an den mit Kühlflüssigkeit in Kontakt kommenden Flächen der MEMBRANE, wogegen die "trockene Seite" und die Dichtflächen jeweils nahezu neuwertig erschienen.
- FEDER, Vorspannung:
Bei dem von mir NEU georderten Ventil war eine FALSCHE U-SCHEIBE zur Konterung der FEDER gegen die MEMBRANE verbaut: zu viel Vorspannung, keine mittige Führung/Zentrierung der FEDER durch die Wulst zwischen STIFT und FEDER; dadurch falscher Druckpunkt/Scherung möglich.
Zudem hat diese U-SCHEIBE noch einen ZU GROßEN AUßENdurchmesser, paßt GERADE HAARSCHARF in den STUTZEN - wenn die beim Schließen über die immer gleiche Stelle des STUTZENs gerieben wird, bleibt das auch nicht ohne Folgen an der Dichtfläche.
- KAPPE /STIFT-Spiel:
Bei einem der mir zur Verfügung gestellten AltTeile fand ich eine auf dem STIFT KLEMMENDE KAPPE .
- Zu kurze FEDERn kann es ebf. geben.
In beiden Fällen kann nicht mehr feinreguliert werden, da die KAPPE gleich aus ihrem Sitz gehoben/gezogen/gedrückt wird.
- Verschleiß an der KAPPE:
durch die 3 Führungsstege im STUTZEN: schlechtere Zentrierung, ggf. "Nebenstrom".
Auch OFT gesehen: statt der SPANGE wird ein SPRENGRING zur Sicherung der KAPPE verwendet: supotimal, weil der SPRENGRING den freien Querschnitt gerade im Übergangsbereich "fein/voll" deutlich verkleinert.
- ein (m.E.) konstruktiver Mangel:
bei sowohl den Original- als auch den ErsatzVentilen: die OBERE "Eintaschung" des Stempels in die MEMBRANE erlaubt ein -UNNÖTIGES!- "Aufreißen"/Überdehnen der noch kalten/harten MEMBRANE über ihre (~mittige) spannungs-/druckfreie Null-Lage hinaus -> belastet die MEMBRANE auf dem immer selben Radius und begünstigt dort die Rißbildung. - LÖSUNGSVORSCHLAG: s.u. "Wartung".
PRAXISTIP: Heizungszug anfangs HÖCHSTENS HALB ziehen ("entspannter Bereich" für die MEMBRANE, Durchfluß gewährleistet durch Strömungsdruck) und erst bei einsetzender HeizWIRKUNG weiter öffnen (MEMBRANE wärmer/elastischer), was im TR bei sauberem System schon bei halb gezogenem Zug zu schmorenden Füßen führen dürfte - jedenfalls in meinem!
2.1. - Wartung:
- Die Metallteile der Konstruktion scheinen mir "unkaputtbar". Bei Reinigungsarbeiten keine Dichtflächen beschädigen!
Sollte dennoch ein Schaden an den Metallteilen sichtbar sein, ist ein Ersatzteil fällig; trotzdem: weiterlesen!
Jedoch kann eine NACH(BE)ARBEITUNG erforderlich sein:
- ZWISCHEN den BajonettLaschen am SOCKEL findet sich oft ein kleiner (Guß-)Grat/Überstand, der entfernt werden sollte um die BajonettFUNKTION ohne Aufbiegen der Krallen zu gewährleisten. Das kann an 4 Stellen bei noch geschossener Einheit geschehen. Dabei dient der DECKEL zur Orientierung für das wegzuarbeitende Material am SOCKEL. Die übrigen 4 Stellen lassen sich -nach Umsetzen des DECKELs- nacharbeiten (Vorsicht mit alten/morschen Heizungszügen! 2 rechts, 2 links ...).
- Bleibt das Trennen/Aufsetzen schwierig, liegt es an zu langen und/oder falsch gebogenen KRALLEN am DECKEL: nachbiegen und/oder zurechtfeilen (je nach Geschmack).
- Um die Einheit öffnen zu können muß die Niete entfernt und sollte für leichtere Revisionen gleich durch eine Schraube/Mutter ersetzt werden (M4 paßt bei leichter Aufweitung des Loches). Der DECKEL (SPRENGRING und HÜLSE zuvor entfernen) läßt sich nun inclusive HEBEL abnehmen und der Mechanismus aus dem SOCKEL herausnehmen.
- Die BajonettKRALLEN am DECKEL sind ggf. nachzujustieren/-arbeiten, um ausreichend Druck auf die Dichtung zu bringen. Dazu SOCKEL/DECKEL OHNE den RegelMechanismus aber MIT GLOCKE zusammensetzen und die Krallen auf handfesten Reibsitz nachbiegen (für späterhin ausreichenden Anpressdruck der Dichtung. ->WaPu-Zange, gefühlvoll arbeiten!).
- MEMBRANE mit Weichmacher (z.B. Amorall o.ä.) behandeln: - WASSERSEITIG gut, in der "sensiblen" Nut gründlich (s.o. "Schadbilder") und - auf der TROCKENEN SEITE leicht/pro forma.
- KAPPE /STIFT-Passung, darf AUF KEINEN FALL klemmen! Ggf. das Loch in der KAPPE VORSICHTIG weiten. Je feiner das Spiel zwischen KAPPE und großem Durchmesser des STIFTes umso feiner die Dosierbarkeit.
- FEDER mit KAPPE und U-SCHEIBE sollte unbelastet aufgesteckt 1,5-2 mm über den STIFT überstehen, um ausreichend -jedoch nicht zu viel- Vorspannung zu gewährleisten.
- Auf Verschleißstellen an der KAPPE prüfen, ggf. versetzt zu den Führungsstegen im STUTZEN einbauen.
M.E. empfiehlt sich die ENTFERNUNG des "Deckels" der "OBEREN "TASCHE" für den Stempel (konstruktiver Mangel, s.o. "Schadbilder") - die Ränder bleiben stehen zur Führung des Stempels auf der MEMBRANE: "ungetascht" dehnt sich die MEMBRANE (max.) nach statischem+dynamischem Systemdruck und "Aufreißen"/Überlastung/Rißbildung in noch kaltem/hartem Zustand über die Elastizitäsgrenze hinaus wird zumindest reduziert. Den Rest erledigt -bei durch steigende Betriebstemperaturen weicher werdendem DichtungsMaterial- der Druck im System. Die ÖffnungsWEITE wird dann (über Mittelstellung hinaus) durch Anschlag an den Stempel begrenzt.
Weiterer VORTEIL: SPRENGRING und HÜLSE brauchen beim Zerlegen nicht mehr demontiert zu werden.
Der "PRAXISTIP" bedarf ebf. nicht mehr zwingend der Beachtung.
- die GLOCKE sitzt (bei mir) "knartsch" in der Führungsnut des SOCKELs (Durchmesser). EMPFEHLUNG: die UnterKante LEICHT anphasen (max. auf 1/3 der Materialstärke) und polieren, damit es beim Zusammenbau besser in Position rutscht.
Der Zusammenbau:
Erfolgt in umgekehrter Reihenfolge des Zerlegens. "Gegeneinander Bewegtes" SPARSAM schmieren, Silikonfett. Bei geöffneter "TASCHE" auch den Fuß des Stempels/ MEMBRANE.
Den RegelMechanismus in den SOCKEL einsetzen (Verschleißstellen an der KAPPE versetzt zu den Führungsstegen im STUTZEN), DECKEL aufsetzen (GLOCKE und HEBEL "eingefädelt"). Ggf. mit entsprechend großer Nuß/Verlängerung/Kreuzstück aufpressen und in die BajonettVerriegelung hineindrehen(/-klopfen: Hammer, aber NICHT hämmern, nur GEFÜHLVOLL klopfen! Hat sich die Dichtung gesetzt, geht das auch händisch), HÜLSE aufstecken und:
NACH abgeschlossenem folgenden Arbeitsschritt mit SPRENGRING fixieren und SOCKEL/DECKEL mit SCHRAUBE/MUTTER sichern.
2.2. - Justierung:
- "Geschlossen Position" prüfen/einstellen: erreicht der HEBEL jedesmal die "GANZ-geschlossen-Position" (Endanschläge im DECKEL) via GANZ eingeschobenem/geschlossenem Knopf OHNE übermäßige Spannung/Verbiegung des freien Teils der Seele UND setzt der äußere SPRENGRING dabei fast auf dem DECKEL auf, ist alles in Ordnung.
Sonst justieren:
- Die Konterung der ZugHÜLLE am Ventilausleger lösen. - die Seele (zunächst) NICHT.
- Das Ventil MIT RegelMechanismus AM HEBEL manuell in "geschlossen Position" bringen (Endanschläge im DECKEL). Jetzt sollte sich der aus dem DECKEL ragende Stempel nicht weiter hineindrücken lassen. - Falls doch:
- kann der HEBEL durchgebogen sein: gefühlvoll „Richten“. Der SPRENGRING soll ganz leichtes Spiel behalten.
Sollte der aus dem DECKEL ragende Stempel weiterhin „Überstand“ haben:
- HEBEL soweit möglich nochmals richten. Ansonsten eine entsprechend dicke U-SCHEIBE zwischen Stempel und HEBEL einsetzen (sofern der SPRENGRING ausreichend Spiel behält).
- Überprüfen!
- Nun die SEELE im Knebel lösen und den Amaturenknopf GANZ ziehen/öffnen.
Und den HEBEL/Knebel auf der Seele -nahezu spielfrei- zur Hülle schieben und festziehen.
- Jetzt Amaturenknopf GANZ hereindrücken/schließen und die Hülle durch die Konterung am Ventil durchschieben bis “Geschlossen-Position“ JEDESMAL erreicht wird (Endanschläge im DECKEL).
Die Konterung der Hülle festziehen.
- Überprüfen: ob durch die Bedienung VIA KNOPF/Zug jedesmal die "GANZ-geschlossen-Position" erreicht wird, ggf. an der Konterung der Hülle nachjustieren, "eine Windung mehr(/weniger) Druck".
- Wenn fertig: - SPRENGRING und Gehäusesicherung montieren.
3.1. - Reparatur mit Original-MEMBRANE:
- ggf. die "besseren" Teile (alt/neu) zusammenstellen.
EMPFEHLUNG: den DECKEL der "TASCHE" des Stempels ENTFERNEN, s.o. "Wartung".
- Die Ränder der Füße des STIFTes und des Stempels entgraten/POLIEREN für gutes (Rein-)Flutschen in die "TASCHE/n".
- STIFT (/Stempel) NACH Behandlung (der Umgebung) der "TASCHE/n" mit Weichmacher UND vorgewärmt UND MIT "Flutschi" geschmiertem Füßen "hineinwürgen". Besonders beim STIFT und seiner kleinen Öffnung zur "TASCHE" braucht das etwas Überwindung/kontrollierten Nachdruck, geht aber: den Fuß fast senkrecht im Kranz ansetzen (Dehnung nur über den Durchmesser, nicht den Umfang) und beherzt hineinschwenken. Bei allem trotzdem VORSICHTIG arbeiten! (geübt werden kann das an der alten MEMBRANE) - UND: wenn drin is‘, is‘ gut! Nix: "rein, raus ... " oder so!
3.2. - Reparatur mit Nachbau-MEMBRANE-Satz, 2-teilig:
- Durch die ZentrierGummi(scheibe) wird der STIFT gesteckt. Die umseitige Aufwölbung dient der Zentrierung von U-SCHEIBE und FEDER. Die KAPPE wird unter leichter Spannung durch die SPANGE gesichert.
Die Einheit wird in den SOCKEL eingesetzt (vorher Verschleißstellen an der KAPPE durch verdrehen justieren). Sie sitzt leicht reibend (ZentrierGummi) im SOCKEL, liegt ÜBER dem Zu-/Abfluß und schirmt die Dicht MEMBRANE gegen SpitzenTemperaturen ab.
- Die Dicht MEMBRANE (separat, ohne die obere "TASCHE": materialschonend) wird in die Nut des SOCKELs eingelegt.
Der DECKEL mit dem durch den oberen SPRENGRING fixierten Stempel, GLOCKE und HEBEL wird aufgesetzt, in die Bajonettverschlüsse eingedreht und abschließend mit der Schraube (statt Niete) gesichert.
ad 3.1 und 3.2: wer den resampelten RegelMechanismus als ganze Einheit dabei hat, braucht nur auszutauschen, evtl. den suboptimalen SPRENGRING gegen die SPANGE wechseln.
Fertig - UND: weiterfahren!
Spätestens ein paar km vor dem nächsten Halt die Heizung in Betrieb nehmen um ggf. gezogene Luft „abzublasen“. Vor dem nächsten Start Kühlmittelstand kontrollieren.
Viel Spaß, Klaus
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