TR6 PI Rückschlagventile von Einspritzventil 1,3,4,6 überholen

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gunku
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TR6 PI Rückschlagventile von Einspritzventil 1,3,4,6 überholen

#1

Beitrag von gunku » 15.09.2016, 13:19

Liebe TR-Freunde
Für alle, die keine Feinmechaniker-Drehbank besitzen, hier eine "einfache" Anleitung zum Überholen der TR6 PI Rückschlagventile. Die Rückschlagventile können ja ohne Ausbau des kompletten Dosierverteilers entfernt werden. Die Benzinzuführung muss allerdings abgeklemmt und temporär verschlossen werden. Die Feder, die den Ventilgummi im Rückschlagventil hält, kann mit einer spitzen Zange vorsichtigt entfernt werden. Dann kann der Ventilgummi von der Gegenseite mit einem Rundbolzen herausgedrückt werden.
  • Zwei Aluplatten 2,0 bis 2,2 mm stark ca. 60 x 60 mm2 beschaffen. Die Platten müssen absolut eben sein.
  • Beide Platten mit 3 mm Senkkopfschrauben temporär zusammenschrauben.
  • 4 Bohrungen mit 5,0 mm im Quadrat (von z.B. 20 bis 40 mm) durch beide Aluplatten bohren.
  • Die 4 Bohrungen der oberen Platte auf 8,0 mm vergrößern.
  • Die 4 Ventilgummis mit Heißkleber oder Weißleim in die Bohrungen einsetzen und die beiden Aluplatten mit den Schrauben endgültig fixieren.
  • Achtung: Den Überstand der Ventilgummis zur Aluplatte sehr genau prüfen. Die Oberflächen der Gummies dürfennur 0,1 bis 0,2 mm gleichmäßig überstehen. Ggf. zwischen die Aluplatten eine dünne Alufolie o.ä. legen (die Folie ist ca.0,01-0,02 mm stark). Zum Überprüfen des Überstandes bei Gegenlicht ein dünnes Stahllineal (oder auch Klinge eines Teppichmessers) nehmen.
  • 1000er Nassschleifpapier wässern und auf z.B. eine Glasplatte legen. Das Schleifpapier wird sich jetzt auf der Glasplatte eben festsaugen.
  • Die gesamte Vorrichtung mit den 4 Ventilgummis mit eng kreisender Bewegung vorsichtig und mit leichtem Druck auf dem Schleifpapier abziehen bis alle Einkerbungen in den Ventilgummis verschwunden sind.
  • Zum Überprüfen immer wieder das Stahllineal nehmen.
  • Die vorige Prozedur mit 2000er Nassschleifpapier wiederholen.
Beim Zusammenbau darauf achten, dass die Feder zentrisch auf dem Noppen des Ventilgummies sitzt. Hat bei mir alles bestens funktioniert. Spart ca. 100€ für neue Ventile. Messergebnisse folgen noch.
Gunter
RückschlagventilDV-Einspritzventil1.JPG
Rückschlagventil am DV
VentilgummiVorDerÜberholung0.jpg
Ventilgummi vor der Überholung
VentilgummiNachDerÜberholung0.jpg
Ventilgummi nach der Überholung
VorrichtungMitAluplatten20mmStark-VentilgummiesAbgeschliffen.jpg
Vorrichtung 1 mit 2 Aluplatten 2 mm stark - Ventilgummies abgeschliffen
VorrichtungVentilgummiMitBohrung8mmInObererAluplatteUnd20mmInUntererAluplatte.jpg
Vorrichtung 2 Ventilgummi mit Bohrung 8mm in oberer Aluplatte und 5 mm in unterer Aluplatte


Anmerkung zu der Anleitung

Zwei Dinge sollten an dieser Stelle erwähnt werden:
1) Die Prozedur sollte nur an den Ventilen durchgeführt werden, die auch wirklich undicht sind. Es ist im WHB TR6 eine einfache Testprozedur beschrieben (19.35.14 PI Blatt 2). Nur wenn das Ventil undicht ist kann man versuchen, es nach obiger Anleitung zu retten. Die Hartgummiplättchen (oder was auch immer für ein Material verwendet wird) haben alle in der Mitte eine Erhebung. Nach 40 Jahren und Millionen von Lastspielen ist das auch kein Wunder. An der Stelle dichtet das Ventil aber nicht ab, sondern mit dem Ring um diese Erhebung. Das Ventil kann also eine ausgeprägte Erhebung haben, trotzdem aber noch dicht sein. Also erst testen.
2) Wenn man, nur um zu sehen ob es geht, die Feder und das Gummiplättchen herausnimmt muß man die oben beschriebene Prozedur durchführen. Damit das Ventil nach dem Zusammenbau (etwas fummelig) wieder dicht wird müßte es nämlich genau wie vorher eingebaut werden. Wenn es verdreht wird, hält die nicht zentrische "Erhebung" das Ventil teiweise offen. Also nicht aus "Spieltrieb" zerlegen, wenn es den WHB- Test bestanden hat.

Willi
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